Mark Minervini: Die Anatomie des Specific Entry Point Analysis (SEPA) Modells
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Mario Sackl -
24. Februar 2026 um 08:09 -
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Mark Minervini ist nicht nur zweifacher Champion der United States Investing Championship, sondern auch der Architekt eines der robustesten Handelssysteme für Wachstumsaktien. Sein Modell basiert auf der Symbiose aus fundamentaler Stärke und technischem Timing. Während viele Investoren nach dem "Buy and Hold"-Prinzip verfahren, fokussiert sich Minervini auf "Superperformance" – das Ziel, in kurzer Zeit dreistellige Renditen zu erzielen, indem man nur in der explosivsten Phase eines Aktienzyklus investiert bleibt.
1. Die fünf Säulen des SEPA-Modells
Das SEPA-Verfahren (Specific Entry Point Analysis) ist das Herzstück seines Ansatzes. Es ist ein Filtersystem, das Tausende von Aktien scannt, um die wenigen "Superperformers" zu finden.
- Trend: Jede Aktie muss sich in einem bestätigten Aufwärtstrend befinden (Stichwort: Trend-Template).
- Fundamentaldaten: Minervini sucht nach einer Beschleunigung des Gewinnwachstums (EPS), steigenden Umsätzen und Margenausweitung.
- Katalysator: Ein Ereignis, das das Interesse der Institutionen weckt (z. B. ein neues Produkt, eine FDA-Zulassung oder ein Managementwechsel).
- Einstiegspunkt: Ein technisches Muster, das einen risikoarmen Kauf ermöglicht.
- Ausstiegspunkt: Ein striktes Risikomanagement durch Stop-Loss-Orders.
2. Das Trend-Template: Die Eintrittskarte
Bevor Minervini eine Aktie technisch analysiert, muss sie sein "Trend-Template" bestehen. Er handelt ausschließlich Aktien in Phase 2 (der Akkumulationsphase). Die wichtigsten Kriterien sind:
- Der aktuelle Kurs liegt über dem 150-Tage- und dem 200-Tage-SMA.
- Der 200-Tage-SMA steigt seit mindestens einem Monat an.
- Der Kurs liegt mindestens 30 % (oft 100 % oder mehr) über dem 52-Wochen-Tief.
- Der Relative-Stärke-Ranking (RS) liegt idealerweise über 70, besser über 90.
3. Das Volatility Contraction Pattern (VCP)
Das wohl bekannteste technische Konzept Minervinis ist das VCP-Muster. Es beschreibt den Prozess, bei dem eine Aktie "verdaut" wird. Nach einem starken Anstieg folgt eine Konsolidierung.
Das VCP-Muster zeichnet sich durch eine sukzessive Abnahme der Volatilität von links nach rechts aus. Stellen Sie sich eine Aktie vor, die erst um 25 % korrigiert, sich dann leicht erholt, dann nur noch um 10 % korrigiert und schließlich nur noch um 3 %. Während dieser Zeit trocknet das Handelsvolumen bei den Korrekturen aus.
Warum funktioniert VCP?
Es zeigt, dass das Angebot (die Verkäufer) erschöpft ist. Wenn der Kurs nach einer engen Konsolidierung unter erhöhtem Volumen nach oben ausbricht (der sogenannte "Pivot Point"), ist der Weg des geringsten Widerstands nach oben frei.
4. Der Pivot Point und das Timing
Der Einstieg erfolgt exakt am Pivot Point. Dies ist kein willkürlicher Punkt, sondern das Niveau, an dem die Aktie aus ihrer engsten Stelle im VCP-Muster ausbricht. Minervini kauft nicht "billig" ein, sondern er kauft "teuer", um noch teurer zu verkaufen. Er will die Aktie in dem Moment besitzen, in dem das Momentum die maximale Beschleunigung erfährt.
5. Risikomanagement: Die "Holy Grail" der Performance
Die Performance-Hintergründe von Minervini basieren weniger auf einer hohen Trefferquote, sondern auf einem asymmetrischen Risiko-Ertrags-Verhältnis (CRV).
- Verluste begrenzen: Ein Stop-Loss wird typischerweise bei 5 % bis 8 % gesetzt. Wenn eine Aktie unter den Einstiegspunkt fällt, wird sie ohne Emotionen verkauft.
- Die "Progressive Exposure": Wenn seine Trades funktionieren, erhöht er die Positionsgrößen. Wenn er eine Verlustserie erleidet, reduziert er das Risiko drastisch.
Der Erwartungswert: Minervinis Erfolg resultiert aus der Formel:
CodeErwartungswert = (Trefferquote x durchschnittlicher Gewinn) - (Verlustquote x durchschnittlicher Verlust)Durch das Halten der Verluste im einstelligen Bereich und das Laufenlassen von Gewinnern auf 20-40 % (oder mehr) erzielt er selbst bei einer Trefferquote von nur 40-50 % massive Renditen.
Conclusio
Das Modell von Mark Minervini erfordert Disziplin und Geduld. Es geht darum, auf die perfekte Kombination aus Trend, fundamentaler Stärke und VCP-Verengung zu warten. Wer lernt, die Volatilität zu lesen und das Risiko gnadenlos zu begrenzen, folgt dem Pfad eines "Market Wizards".
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