Einführung in Orderarten beim Aktienhandel
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Mario Sackl -
26. September 2025 um 08:00 -
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Beim Handel mit Aktien spielt die Wahl der richtigen Orderart eine entscheidende Rolle. Orderarten bestimmen, wie und zu welchem Preis ein Kauf oder Verkauf ausgeführt wird. Je nach Strategie, Risikoneigung und Marktsituation kann die passende Orderart entscheidend für den Erfolg eines Investments sein. In diesem Artikel stellen wir die wichtigsten Orderarten vor, erklären ihre Funktionsweise und zeigen die jeweiligen Vor- und Nachteile auf.
Market Order (Marktorder)
Die Market Order ist die einfachste und am häufigsten genutzte Orderart. Sie wird sofort zum aktuell verfügbaren Marktpreis ausgeführt.
Vorteile:
- Sofortige Ausführung garantiert.
- Einfach zu verstehen und zu nutzen.
- Geeignet für stark gehandelte Aktien mit hoher Liquidität.
Nachteile:
- Preis kann sich zwischen Auftragserteilung und Ausführung ändern (Slippage).
- Bei illiquiden Aktien kann der Kaufpreis stark vom zuletzt gehandelten Preis abweichen.
Limit Order
Eine Limit Order legt einen festen Preis fest, zu dem die Aktie gekauft oder verkauft werden soll. Die Ausführung erfolgt nur, wenn der Markt diesen Preis erreicht oder unterschreitet (Kauf) bzw. erreicht oder überschreitet (Verkauf).
Vorteile:
- Kontrolle über den Kauf- oder Verkaufspreis.
- Vermeidung von unerwarteten Kursbewegungen.
Nachteile:
- Keine Garantie für die Ausführung, insbesondere bei illiquiden Aktien.
- Kann bei stark schwankenden Märkten unter Umständen nicht ausgeführt werden.
Stop Order (Stop-Loss und Stop-Buy)
Die Stop Order wird aktiviert, sobald ein bestimmter Kurs erreicht wird. Bei einer Stop-Loss-Order verkauft ein Anleger automatisch, um Verluste zu begrenzen, während eine Stop-Buy-Order einen Kauf auslöst, sobald ein bestimmter Preis überschritten wird.
Vorteile:
- Automatisches Risikomanagement möglich.
- Hilft, emotionale Entscheidungen zu vermeiden.
- Stop-Buy kann Einstieg in aufwärts gerichtete Trends erleichtern.
Nachteile:
- Kurslücken können dazu führen, dass der tatsächliche Ausführungspreis vom Stop-Preis abweicht.
- Bei kurzfristigen Schwankungen kann die Order unnötig ausgelöst werden.
Trailing Stop Order
Ein Trailing Stop passt den Stop-Preis dynamisch an den Kursverlauf an, beispielsweise um Gewinne zu sichern, während der Kurs steigt.
Vorteile:
- Sichert Gewinne, ohne dass die Position manuell überwacht werden muss.
- Flexibler als eine statische Stop-Loss-Order.
Nachteile:
- Bei hoher Volatilität kann die Order vorzeitig ausgelöst werden.
- Komplexer in der Handhabung als klassische Stop-Loss-Orders.
Good-Till-Canceled (GTC) und Day Order
GTC-Orders bleiben aktiv, bis sie ausgeführt oder vom Anleger storniert werden, während Day Orders nur für den Handelstag gültig sind.
Vorteile:
- GTC: Keine tägliche Neuaufgabe nötig, praktische Langzeitstrategie.
- Day: Nur aktueller Handelstag relevant, verhindert unbeabsichtigte Ausführung später.
Nachteile:
- GTC: Risiko, dass sich Marktbedingungen ändern, bevor die Order ausgeführt wird.
- Day: Muss täglich neu platziert werden, sonst verfällt sie.
Conclusio
Die Wahl der richtigen Orderart hängt stark von der eigenen Anlagestrategie, dem Risikoprofil und der Marktliquidität ab. Market Orders bieten schnelle Ausführung, Limit Orders Preisstabilität, Stop Orders automatisches Risikomanagement, während Trailing Stops Gewinne flexibel sichern. Anleger sollten die Vor- und Nachteile jeder Orderart kennen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können und ihre Handelsstrategie effektiv umzusetzen.
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