Flexible Arbeitszeiten - Weitere Fakten


Dr. Peter Klemens, Sparte Transport und Verkehr Wirtschaftskammer Wien (Auszug) - Flexible Arbeitszeiten sind nicht nur ein zentrales Anliegen unserer Betriebe, sondern auch ein Thema für deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In einer Market-Umfrage (2018) geben 73 % der heimischen Arbeitnehmer an, dass sie flexibel und bereit sind, phasenweise länger zu arbeiten. Sie schätzen flexible Arbeitszeiten als eindeutig positiv ein. 78 % der Arbeitnehmer in Österreich sind davon überzeugt, dass flexible Arbeitszeiten ihre Jobs sichern.


Die Fakten zur Flexiblisierung der Arbeitszeit, wie sie der Gesetzesentwurf derzeit vorsieht, sind:

  • Sowohl der 8-Stunden-Tag als auch die 40-Stunden-Woche bleiben laut Gesetzesvorschlag erhalten. Es gibt weder einen generellen 12-Stunden-Tag, noch eine generelle 60-Stunden-Woche.
  • Fallweise dürfen bis zu 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche gearbeitet werden – dauerhaft im Viermonatsschnitt aber nicht mehr als 48 Stunden pro Woche.
  • Die 11. und 12. Stunde sind grundsätzlich Überstunden mit Zuschlag.
  • Die besonderen Gleitzeitregeln bleiben erhalten. Der 8-Stunden-Tag bleibt auch hier die Regel. Die Höchst- und Normalarbeitszeit für selbstbestimmtes Arbeiten wird künftig von bisher 10 auf 12 Stunden erhöht. Dadurch wird es leichter, Zeitguthaben zu erwerben und diese geblockt zu konsumieren – Stichwort Vier-Tage-Woche.
  • Bei selbstbestimmtem Arbeiten innerhalb dieser Grenzen fallen keine Überstundenzuschläge an.
  • Zuschläge bei Gleitzeit gibt es jetzt und in Zukunft in zwei Fällen: Bei dauerhafter Mehrbelastung (wenn Zeitguthaben nicht abgebaut und nicht übertragen werden können), und wenn der Arbeitgeber Überstunden anordnet (dann fehlt die Selbstbestimmung).
  • Die Arbeitnehmer können dafür Arbeitsleistungen über 10 Stunden bzw. über 50 Stunden aus überwiegenden persönlichen Gründen ablehnen. Wie bisher kann jegliche Überstunde nur angeordnet werden, wenn keine berücksichtigungswürdigen Interessen des Arbeitsnehmers entgegenstehen.
  • Eine Beschäftigung an bis zu 4 Wochenenden oder Feiertagen pro Kalenderjahr per Betriebsvereinbarung oder schriftlicher Einzelvereinbarung (ausgenommen Verkaufstätigkeiten) wird möglich.
  • Eine Verkürzung der täglichen Ruhezeit auf 8 Stunden bei geteilten Diensten im Hotel- und Gastgewerbe wird möglich.
  • Familienangehörige und Arbeitnehmer mit selbständiger Entscheidungsbefugnis sind von Arbeitszeitgesetz und Arbeitsruhegesetz entsprechend der Textierung der EU-Richtlinie ausgenommen.