Erreichbarkeit im Krankenstand

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Medial berichtet wurde über die aktuelle OGH-Entscheidung, die sich mit der Erreichbarkeit im Krankenstand auseinandersetzt.  Die Entscheidung enthält die grundsätzliche Linie, dass ein Mitarbeiter nur dann im Krankenstand für Auskünfte verfügbar sein muss, wenn  der Arbeitgeber konkretisiert, um welche Informationen es sich handelt und aus dem Fehlen der Informationen ein schwerer wirtschaftlicher Schaden entstehen würde.  Denkbar sind Fälle, wenn es sich um dringend benötigte Informationen handelt, über die ausschließlich der erkrankte Mitarbeiter verfügt und die auf andere Art und Weise nicht bzw. nur mit erheblichen (finanziellen) Aufwand eingeholt werden können.  Bei der Wahl der Mittel zur Kontaktaufnahme lässt der OGH dem Arbeitgeber freie Hand. Da der Arbeitgeber in der Praxis aber nicht immer Kenntnis über den Grund der Erkrankung hat, wäre daher Unternehmen zu raten, zuerst immer die schonendste Form der Kontaktaufnahme, also Telefon, SMS oder E-Mail, zu wählen.  Die Aufforderung zur persönlichen Kontaktaufnahme kann manchmal zwar notwendig sein, aber auch hier kann in Einzelfällen - wie im vorliegenden Fall - der Arbeitnehmer die persönliche Kontaktaufnahme verweigern, ohne eine Entlassung zu riskieren (insbes. bei Vorliegen eines Burn-Out-Syndroms).

Hier können Sie den Text der OGH Entscheidung nachlesen.

Quelle: wko.at