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Der Weg aus der Krise, Krise weg

Jetzt beutelts die Menschheit, ein Fiasko, wie schon lange nicht mehr. Eine Hiobsbotschaft nach der anderen, kein Ende in Sicht. Dieses Jahr erst Besserung ab dem dritten Quartal, schreiben die Optimisten; die Meinung der Pessimisten möge man sich ersparen. Niemand weiss, was auf uns zukommt, kommt was auf uns zu? Man weiss: “Zu Tode gejammert ist auch gestorben!”, aber jammern wir alle wirklich zu viel, oder jammern wir eigentlich viel zu wenig, und die “Watschn” wird keine bleiben, sondern in einem perfekten Knock-Out enden? Wer weiss, wer weiss…

Vielleicht liegt alles in der immanenten Komplexität, die uns umgibt. Es ist alles zu kompliziert geworden. So verdrahtet und verzahnt, dass nicht einmal die Entwickler der Konstrukte mehr wissen, welche Schrauben sie drehen müssen. Man ist umgeben von permanentem Oversizing in allen Belangen. Allein schon diverse Problemlösungsmechanismen regen zum Nachdenken an.
Ein sehr simples Beispiel aus dem Alltag: Es gibt ein Problem, man erforscht aber nicht die Ursache in einem einfachen Gespräch, nein, man terminisiert etliche Meetings mit tonnenweise dahinterliegendem Mailverkehr, mit dem einzig und alleinigen Ergebnis des Sich-im-Kreis-Drehens inklusive nicht vorhandener Problemlösung.
Intelligenz ist sicher auch eine Frage der Komplexität, aber es ist vor allem ein spezielles Merkmal derselben, Komplexität so zu simplifizieren, dass daraus ein Fortkommen entsteht. In dieser Disziplin schrammen wir alle aber leider am Thema vorbei. Wir machen die Dinge noch schwieriger, noch komplizierter. Das erschwert die Vernetzung, die dahinterliegenden Prozesse versumpfen und verlangsamen. Darunter leidet die wahrscheinlich wertvollste Ressource, die wir haben, Zeit. Nicht nur, dass in diesem undurchschaubaren Gewirr keiner mehr seine Koordinaten kennt, oftmalig kein Ausgang aus diesem Irrgarten zu erkennen ist, schaffen wir es auch nicht, halbwegs vernünftige Effizienzkriterien einzuhalten. Das sind oft kritisierte Eigenschaften unserer politischen Systeme, leider aber gerade brandaktuell auch unserer wirtschaftlichen.

ProFit Neujahr

“Wird’s besser? Wird’s schlimmer?”
fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich.

Erich Kästner (1899-1974)

2009

Wie wahr, wie wahr, Herr Gansterer

“Menschen erinnern sich nur kurz an das Glück,
aber ewig ans glücklich überlebte Grausame.”
(Helmut Gansterer, alias Philipp Waldeck, Wanderbrief, Auto Revue, 9/2008)

Planai, Schladming-Rohrmoos

“Dafür leben wir..”

cid_bild060.jpgcid_bild061.jpgMan ärgert sich oft über schlechtes Wetter, tiefe Temperaturen, schlechte Schneeverhältnisse, ..

Aber ab und an ist einem auch das Glück hold, und so werden die Tage 10ff. des Monats Februar 2008 Anno Domini als Schitage nahe diesseitiger Perfektion eingehen. Strahlend blauer Himmel, Windstille, Sonnenschein, perfekte Schneeverhältnisse (und meine geschulterten Atomic vom Beitrag darunter haben ebenfalls gute Arbeit verrichtet). Dazu noch nette Menschen um sich herum. Man blickt vom 6er-Sessellift gen Himmel und schmunzelt in sich hinein: “Ab und zu ist es doch von Vorteil seine Kirchensteuer pünktlich zu bezahlen!”

Handyholismus

Man fährt wiedermal des Eilens mit seinem Gefährt umher, eh schon spät dran, der nahende Termin naht einfach sehr schnell. Eigentlich wenig Verkehr, einzig die Verkehrspolitik in Wien mit ihren Rückbauten zu einspurigen Nadelöhren treibt ein wenig in den Wahnsinn. Normalerweise aber egal, wenn sich alles normal und flüssig bewegt.
Vor mir ein Auto; an und für sich nichts besonderes, nur dieses Auto fährt langsam. Warum? Sonst niemand auf der Strasse, kein Glatteis, kein Nebel. Tingeling, mein Termin rückt nun schon wirklich nahe, man kommt ja so ungern zu spät; und dieser nette Verkehrsteilnehmer denkt gar nicht daran, die erlaubten 50 km/h in Anspruch zu nehmen, sondern hält den kategorischen 30er für angebracht. Nun gut, die Geschwindigkeit sinkt, mein Blutdruck steigt, wenigstens ist einem dabei schön warm. Aber eh gleich alles vorbei, vorne muss ich rechts abbiegen. Das Fahrzeug vor mir: Kein Blinker, fährt also geradeaus. Denkste, abbiegen ohne Blinker, wahrscheinlich weiss er ja eh, wo er hin will. Das Abbiegen des Blutdrucksteigerers ähnelt dem eines besoffenen Radfahrers: Dreimal ansetzen, Gegenverkehr gefährden, Gott sei Dank hat er vier Räder, sonst läge er jetzt auf der Goschn. Und weiter gehts mit Schallgeschwindigkeit und mittlerweile schmalzigen 35 km/h Richtung Ziel. Eigentlich handelt es sich um eine gerade Strasse, das wahnsinnige Etwas vor mir kreiselt aber serpentinenähnlich die Strasse runter. “Grod is ohne Lenken!” würde Herr Dorfer jetzt sagen, aber der nette Verkehrsteilnehmer würde mich wohl kaum verstehen.
Ampel rot. Soll ich aussteigen? Nein, man ist ja im kultivierten Mitteleuropa, ausserdem hats -4° Celsius.
Ampel grün, keine Reaktion. Ampel noch immer grün, noch immer keine Reaktion. Erst als der LKW hinter mir seine Tuba anwirft und es dadurch dem dahinschlummernden Kleinwagen vor mir fast den Kofferraumdeckel aufschmeisst, erweckt das lenkende Wesen und beschliesst das Blech in Bewegung zu setzen.
Die nächste Abzweigung ist dann zweispurig und man beschliesst das Blutdruckmittel mal ins Auge zu fassen. Würde es sich dabei um einen älterlichen Verkehrsteilnehmer handeln, ok; würde es sich dabei um eine Mutter handeln, die gerade versucht ihren Nachwuchs in den Griff zu bekommen, ok; würde es sich dabei um einen Taxler handeln, der gerade mit seinem Fahrgast um die Bezahlung der Fuhre rauft, ok. Nein, es handelt sich dabei nicht um einen ihn, sondern um eine sie, und zwar um eine blonde Tussi, die ihr Handy zwischen linker Seitenscheibe und Ohr eingeklemmt hat, mit der linken Hand zu lenken versucht, mit der rechten ihr Getriebe massiert und dabei hochgradig doof grinsend wahrscheinlich gerade einen Termin im Nagelstudio fixiert. Handy am Steuer soll ja angeblich die gleiche Wirkung wie 0.8 Promille Alkohol im Blut haben. Ich glaube diese Untertreibung einfach nicht!
“§$%&/()/%&$§/&/”, denk ich mir, und bin trotzdem zu spät gekommen!

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