Nationalrat beschließt Einmeldung von Preisen in Spritpreisdatenbank
Gepostet von Mario Sackl am 21.07.11 in Wirtschaftskammer„Die Einführung der verpflichtenden Preismeldung an die Spritpreisdatenbank ist aus Sicht der Tankstellenbetreiber nicht nachvollziehbar und als Sternstunde des Populismus zu werten“, so Ferdinand Müller, Obmann der Fachverbandes Garagen-, Tankstellen- und Servicestationsunternehmungen in der WKÖ zur gestern beschlossenen Novelle zum Preistransparenzgesetz.
Denn die Konsumenten hätten bereits jetzt genügend Möglichkeiten, die Preise bei Treibstoffen zu vergleichen, so Müller. In keiner anderen Branche würden die Produktpreise so transparent dargestellt wie an Tankstellen. Zudem entfalle rund die Hälfte des Spritpreises auf Steuern, erinnerte der Obmann.
Service-Aspekt vollkommen außer Acht
Die Informationen der nun beschlossenen Datenbank seien einseitig. Müller: „Die Datenbank informiert die Konsumenten nur über die billigsten Tankstellen. Es wird nicht differenziert, ob es sich um eine Bedienungsstation, eine Selbstbedienungstankstelle oder um einen Tankautomaten handelt. Damit bleibt der Service-Aspekt vollkommen außer Acht“.
Dazu kommt, dass eine solche reine Preisorientierung den Tanktourismus innerhalb des Landes fördert und damit negative Auswirkungen auf die Umwelt habe. Denn der längere Weg zur günstigeren Tankstelle lohne sich bei einem Preisunterschied von 1 bis 2 Cent pro Liter kaum, so Müller.
„Die Spritpreisdatenbank wird in erster Linie Kosten und einen hohen Aufwand verursachen, und zwar beim Bund und bei den Mineralölunternehmen ebenso wie bei den Tankstellen“, so der Obmann abschließend.
Quelle: wko.at
