Neues Verkehrssicherheitsprogramm: Besserer Schutz für schwache Verkehrsteilnehmer
Gepostet von Mario Sackl am 23.02.11 in Wirtschaft & PolitikNeue Sicherheitsvorhaben in puncto Verkehrssicherheit bis zum Jahre 2020 – Waren bis dato Sicherheitsrichtlinien auf den Autoverkehr fokussiert, sollen nun andere Gruppen der Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt rücken:
Strengere Strafen für Raser, Kampagnen gegen Alkohol am Steuer, bessere Handhabe auch gegen ausländische Raser - all diese Maßnahmen des Verkehrssicherheitspakets, das in den letzten beiden Jahren geschnürt wurde, zeigen heute Wirkung: Die Zahl der Verkehrstoten wurde bis 2010 fast halbiert. Die Zahl der Unfälle ist 2010 um 13 Prozent zurückgegangen und es gab 33 Prozent weniger Todesopfer durch Alkohol am Steuer.Im neuen Verkehrssicherheitsprogramm, das 250 Maßnahmen enthält, wird den schwächeren Verkehrsteilnehmer besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Der erste Schritt ist die Einführung der Radhelmpflicht für Kinder unter zehn Jahren auf allen öffentlichen Straßen. "Jedes zweite bei einem Radunfall verletzte Kind unter zehn Jahren erleidet dabei eine Kopfverletzung", erklärte die Verkehrsministerin und ergänzte, dass ein Helm in Zukunft jährlich 900 Kinder davor bewahren könnte. Vorerst will die Ministerin eine Verletzung der Helmpflicht nicht sanktionieren - analog zur Einführung der Motorradhelmpflicht in den 1970er Jahren.Weiters wird die Benutzungspflicht von Radwegen flexibilisiert. Das heißt, dass Länder und Gemeinden die jetzt noch laut Straßenverkehrsordnung verpflichtende Benutzung aufheben können. Auch Fahrradstraßen sollen eingeführt werden, ähnlich den bestehenden Spielstraßen. Sie sollen vorrangig dem Radverkehr gewidmet sein. Als weitere Maßnahme steht die Bewusstseinsschärfung für die schwächeren Verkehrsteilnehmer und ein besseres Miteinander im Straßenverkehr auf dem Programm. Dafür soll das Rücksichtnahmegebot in der Straßenverkehrsordnung verankert werden.Bei der Entwicklung des Verkehrssicherheitsprogramms hat die Verkehrsministerin höchsten Wert auf Expertise und einen "breiten Diskurs" gelegt: Verkehrssicherheitsbeirat, Autofahrerclubs, Länder, Seniorenrat und andere waren in die Erarbeitung der Maßnahmen eingebunden. Das Ziel der Maßnahmen: Die Zahl der Verkehrstoten soll bis 2020 nochmals halbiert, die Zahl der Schwerverletzten um 40 Prozent reduziert und Unfälle mit Personenschaden um 20 Prozent reduziert werden.Der Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, Othmar Thann, findet es wichtig, dass der Gesetzgeber "ein klares Signal" zum besseren Schutz von Kindern sendet. Der Unfallchirurg Prim. Univ.-Prof. Dr. Harald Hertz erklärte im Rahmen der Präsentation die dramatischen Folgen von Kopfverletzungen und warum gerade Kinder stark gefährdet sind. Quelle: www.ots.at
