Durchfahrtsverbot Gemeinde Leopoldsdorf
“Durchfahren verboten!”
Ein aus einem verkehrstechnischen Gesamtkonzept herausgelöstes Detail sorgt in der näheren Umgebung unserer Bundeshauptstadt Wien für ziemliche Turbulenzen unter den Gemeinden und Bürgern:
Die Rede ist vom heftig diskutierten Durchfahrtsverbot in Leopoldsdorf. 700 Anzeigen soll es schon gehagelt haben, aufgebrachte Verkehrsteilnehmer, die von einer privaten Firma im Auftrag der Gemeinde angehalten wurden, üben sich in heftiger Kritik. Die benachbarten Gemeinden rüsten bereits zum Gegenschlag; man darf gespannt sein, was da wohl kommen möge.
Irgendwie hat man sich die Sache nicht wirklich zu Ende überlegt. Was sollte diese Vorgehensweise bringen? Wirklich die erhoffte Verkehrsberuhigung? Möglich, aber um welchen Preis? Man darf mal annehmen, dass die exekutierende Privatfirma kein gemeinnütziger Verein ohne Gewinnabsicht ist; man darf mal annehmen, dass die Nachbargemeinden den ja nur verlagerten Verkehr nicht auf sich sitzen lassen werden; man darf mal annehmen, dass die ansässigen Gewerbetreibenden auch nicht mehr lange zuschauen werden, und man darf auch mal annehmen, dass irgendjemand aufschreien wird, weil sie/er sich nicht zum Vignettenkauf nötigen lassen möchte, da sie/er ja auf die S1 ausweichen muss.
Die hiesige Politik wird in Argumentationssnotstand geraten, wenn Herr Merkur auf einmal differenzierte Überlegungen betreff Standort Leopoldsdorf anstellt. Auch die sonstigen Gewerbetreibenden sorgen ja für nicht unbeträchtliches Steueraufkommen, und deren Laune könnte über kurz oder lang doch Gewicht haben. Darüberhinaus hat man in diesem Konzept den Golfclub Leopoldsdorf völlig ausser Acht gelassen, der jetzt nur mehr über den Umweg via S1 erreichbar ist. In welcher Form sich dieses Verkehrsberuhigungskonzept auf den Immobilienstandort Leopoldsdorf auswirkt, wird abzuwarten sein.
Darüberhinaus ist die Beschilderung mittels Verkehrszeichen eine Fingerübung ersten Ranges (siehe Bild): Man muss sich dabei vor Augen halten, dass der Verkehrsteilnehmer mit erlaubten 70 km/h an diesem Schild vorbeikommt. Wem die “komplette Lesung” gelingt, möge bitte Herrn Gottschalk anrufen, das wär mal eine Saalwette. Dafür wurden aber schon des öfteren Verkehrsteilnehmer gesichtet, die nahe dieser Verkehrsbeschilderung mitten auf der Bundesstrasse B16 angehalten haben, und versucht haben diese “Leopoldsdorfer Bürgschaft”™ auswendig zu lernen. Der hiesige Autospengler reibt sich schon die Hände.
Meine Idee: 30km/h oder 40km/h Zone mit Radarüberwachung übersät (wie jetzt eigentlich auch schon), und basta. Aber auf mich hört ja keiner.
Vielleicht hat ja jemand einen besseren Vorschlag?



