Trip Down Memory Lane – Part 3 – 30 Jahre SG 77 NLS
“30 Jahre SG 77 NLS (Sportgemeinschaft 77 Neulandschule) – Eine Fussballgeschichte”
Was ich damit zu tun habe? Im zarten Alter von 15 Jahren hatte ich die Ehre mit fussballerischen, laaerbergischen Heroen der damaligen Zeit (Helmut und Gerhard Steinbach, Rudolf Steberl, Heinz Beck, Karl Bridl, …) die “Wiesn” in der UKJ (Union katholische Jugend: Fussballliga damals parallel zum ÖFB und Reichsbund) zu teilen, anfangs nur als “Ausfallshaftung”. Aber man beisst sich ja durch gegen die “Oidn”, die damals mit Argusaugen die heranrauschende Horde junger Jahrhunderttalente (Martin Lehner und meine Wenigkeit waren ja nur der Anfang) unter die Lupe genommen haben. Jeder Fehler im Spiel brachte, Gott sei Dank verbale, Schelte, die Zeit der Prügelstrafe war ja schon vorbei. Jede vergebene Chance hatte einen wild gestikulierenden Werner Hager (damals Obmann des Vereines, gleichzeitig auch für das chemische Wissen der jungen Wilden am laaerbergischen Gymnasium zuständig) an der Outlinie zur Folge, man hätte meinen können, da winkt und gestikuliert ein Surfer in Seenot um sein Leben. Dieser Werner Hager war eigentlich der Hauptschuldige, warum wir (damals) “Jungen” in den Kader gelangten. Komischerweise hat sich dadurch unsere (Martin Lehner und meine Wenigkeit) Liebe zur Chemie vervielfacht. Böse Zungen behaupten, die Benotung unserer chemischen Performance war direkt proportional zur ballesterischen Leistung des davorliegenden Wochenendes, was natürlich empirisch nicht zu bestätigen war, ähem. Jedenfalls ist es dem “Happel vom Laaerberg”™ (ebendieser Prof. Werner Hager) mit dieser Taktik gelungen, motivatorisch auf das “unkultivierte Pack junger Kicker” einzuwirken. Das hatte immerhin zur Folge, dass wir nach den wochenendlichen Diskotouren nicht gleich frühmorgens zur Kampfesstätte getorkelt sind, sondern uns – in weiser Voraussicht und wissend, dass wir auf unsere Körper schauen müssen – immerhin 2 – 3 Stunden Schlaf gegönnt haben. So sind wir einige Jahre miteinander gewachsen, mit allen Höhen und Tiefen. Nebenbei hat der eine oder andere von uns beim einen oder anderen Verein des ÖFB (was damals noch möglich war) seine zusätzlichen fussballerischen Sporen verdient.
Während der Studienzeit Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre – man wusste mittlerweile, dass man nun wohl doch nicht bei Real Madrid oder Manchester United landen würde – landeten alle der ehemaligen Jahrhunderttalente wieder bei der angestammten SG 77 NLS; und diese Zeit kann man auch als die Blütezeit dieses Vereines bezeichnen; sowohl seitens des sportlichen, als auch des kommunikativ-sozialen Aspektes. Sportlich, weil Meister und Cupsieger, und das nicht nur einmal, und so; und kommunikativ-sozial, weil Erlebnisse und Schlagworte, wie: Ritteressen in Lockenhaus, Turnier in Weyer Oberösterreich 1992 (von den damaligen Vorkommnissen im Bierzelt bei der Siegerehrung berichten noch heute die dortigen Lokalzeitungen), und so weiter.. Die damaligen Feldherren am Laaerberg: Dr. Helmut Grubmüller (Obmann) und Gerhard Steinbach (Trainer). Ein Jahrhundertgespann, welches den Karren am Laufen hielt, auch wenn ihnen oft postpubertäre Charaktere wie unsereins das Leben zur Hölle gemacht haben. Wie bereits erwähnt, war diese Zeit sicherlich die sportlich herausragende. Die Bestätigung erhielten wir als Meister oder Cupsieger immer am Saisonende, wo Meister UKJ gegen Meister Reichsbund, und Cupsieger UKJ gegen Cupsieger Reichsbund antreten durfte. Meiner bescheidenen Erinnerung nach haben wir die Herren vom Reichsbund mit bravoröser Regelmässigkeit ihres Beinkleides entledigt (“die Hosn auszogn!”). Mit der Zeit wurden die ehemals jungen Wilden ein wenig älter und auch ein wenig müder. Das unbedarfte Gekicke aus der Jugendzeit war dahin, man musste vor jedem Zweikampf kurz überlegen, ob das körpereigene Geknöche das wohl überleben würde!? Erschreckend dann wohl vor allem der Umstand: “Mit 35 Jahren bist ein Senior”! Spätestens dann hatte man als junggebliebener, alter Wilder zur Kenntnis zu nehmen, dass es an der Zeit war, fussballerisch sein Ränzlein zu packen. Mittlerweile hat man den 40er überschritten, und das laaerbergische Gekicke macht noch immer Spass, auch wenn der posthum stattfindende Besuch in Oberlaa´s Heurigen/Lokalitäten nun schon genauso wichtig geworden zu sein scheint, wie das wöchentliche: “Naja, a bissl grennt samma jo ah!”
Die Liste der Namen, in der Geschichte dieses Vereines, die eine manchmal grosse, manchmal kleine Rolle gespielt haben, ist eine gar lange. Gesichter und Typen sind erschienen und wieder (rasch) verschwunden, manche sind geblieben und man trifft sie heute noch, beim “donnerstägigen Kick am Laaerberg”; aber alle haben sie eines gemeinsam: Sie haben zur Geschichte der SG 77 NLS beigetragen; einer Geschichte, die einige von uns seit der Jugend begleitet und geprägt hat.

